Dienstag, 12. Mai 2015

Mach's mit Stihl!

Heute Morgen erwachten wir in einem verwunschenen Wald. Über Nacht hatte es ein paar Stunden heftig geregnet und es tropfte noch von allen Bäumen. Der ganze Berg war in einem Nebel eingehüllt, der die Sicht auf wenige Meter reduzierte.
Punkt 8 Uhr fuhren wir nach einem kräftigenden Frühstück weiter und waren froh um die Erfindung der Autoheizung. Das Geissli brauchte ein wenig länger als der Disco um auf Temperatur zu kommen und so beklagte sich Simon noch eine weile über schlechte Sicht wegen seinen beschlagenen Scheiben.
Auf der Passhöhe von knapp 1300 Metern mussten wir uns zuerst auf einer nicht befahrenen Heide den Einstieg zum Abstiegsweg ertasten.
Daraufhin ging es zügig weiter auf gut befahrbaren Strassen, bis uns in einem Forstgebiet, wo wir uns mühselig einen Drittel der zu erklimmenden Höhe einsetzender Regen und die Dauerbelastung der Winden zur Umkehr zwangen.
Die einzige Alternative war, den Korridor zu verlassen und einen Zipfel der zu befahrenden Strecke abzuschneiden.
Die strafkilometer, welche wir dafür kassieren werden nahmen wir in Kauf, da der Korridor noch lange ist und wir nur eine beschränkte Gesamtfahrzeit zur Verfügung haben.
Es gilt mehrmals täglich taktisch abzuwägen zwischen im Korridor zurückgelegte Strecke und unnötig vergeudeter Fahrzeit bei schweren Passagen.
Unsere Abkürzung führte dann auf einen tollen Weg, der sicher drei bis vier Jahre nicht mehr befahren worden ist.
Wir kamen gut voran und Simon hatte seine wahre Freude an der Stihl Säge. Wir schafften Rumpfdicke Bäume aus dem Weg, um eine minimale Durchfahrtsschneise zu sägen, durch die unsere Fahrzeuge passten. Bis auf eine recht heiklen Stelle an der ca. Ein Viertel des Weges auf einer Länge von ca. 2 Metern abgerutscht war und ein Fahrfehler den Absturz in das etwa fünf Meter unterhalb liegende Bachbett bedeutete, war dieser Weg eine wahre Freude. Aber auch die Stelle meisterten wir im Team und schwangen die Schaufel, um den Weg bergseits ein wenig zu verbreitern. Rainer verdiente sich dabei den Spitznamen ¨The Excavator¨ und wir wir wunderten uns, warum er noch nicht im Strassenbau angeheuert hat.
Auf dieses Stimmungshebende Stück folgte ein kleiner Dämpfer, da wir auch mit drei Anläufen keine vernünftig fahrbare Stelle durch einen weiteren neuralgischen Punkt im Korridor fanden.
Mittlerweile war es schon nach 18:00h und wir entschieden uns im hinblick auf die verbleibenden Fahrstunden und dem nahenden Ende der erlaubten Tagesfahrzeit erneut, einen (wenn auch sehr kleinen) Zipfel des Korridors abzuschneiden.
Ungewöhnlicherweise liegt dahinter Die verhältnismässig grosse Ortschaft Otelu Rosu mitten im Korridor, wo wir in einem zu einer europaweit agierenden KFZ-Gurtenweberei gehörenden Businesshotel unsere Bleibe für die Nacht gefunden haben.
Nun, bestens verpflegt, frisch geduscht und mit einer am Navigationscomputer vorbereiteten Route für Morgen legen wir uns ins Bett um in der Früh ein paar weitere, aufregende Kilometer im Grünen zu fressen.

1 Kommentar:

  1. Hallo Rainer!
    Ich wünsche Dir alles Gute zu Deinem heutigen Geburtstag! Wirst Ihn wohl etwas speziell feiern. Have fun! Kommt erfolgreich durch und gesund wieder heim.

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